Grundlagen der Prozessmodellierung: Welche Prozessarten gibt es?

Das Ziel der Prozessmodellierung ist es systematisch zu erfassen welche Aktivitäten im Unternehmen durchgeführt werden und wie diese auf die Unternehmensstrategie ausgerichtet sinnvoll aufeinander abgestimmt werden können. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit das Zusammenspiel zwischen den einzelnen Prozessen genau zu kennen und zu bewerten.

Um ein umfassendes Bild der Unternehmensprozesse zu generieren, ist es dabei zunächst sinnvoll eine grobe Erstkategorisierung vorzunehmen. Im Folgenden sollen deswegen die drei im Unternehmen am häufigsten anzutreffenden Prozessarten vorgestellt und definiert werden. Gemeinhin wird dabei zwischen Kernprozessen, unterstützenden Prozessen und den Managementprozessen unterschieden.

Kernprozesse
Eine ganzheitliche Prozessmodellierung beginnt zumeist mit einer Betrachtung der Kernprozesse. Bei dieser Prozessart werden alle Aktivitäten betrachtet, die unmittelbar die Wertschöpfung des Unternehmens und den direkten Kontakt mit dem Kunden betreffen. In den Kernprozessen werden somit alle Prozessschritte zusammengefasst, die für die Herstellung eines Produktes oder für die Erbringung einer Dienstleistung erforderlich sind. Typischerweise sind verschiedene Abteilungen in die Kernprozesse eingebunden. Ein Kernprozess in einer Bank wäre zum Beispiel das Angebot bestimmter Finanzierungsdienstleistungen für unterschiedliche Kundensegmente. Ein Autoverkäufer würde die Bereitstellung unterschiedlicher Fahrzeuge in seinen Ausstellungsräumen zu seinen Kernprozessen zählen und die Kernprozesse einer Straßenbaufirma beziehen sich in der Regel auf die Planung und Durchführung von Bauarbeiten.

Unterstützende Prozesse
Eine andere Prozessart die typischerweise in Unternehmen aller Größenordnungen anzutreffen ist, sind die so genannten „unterstützenden Prozesse. Die unterstützenden Prozesse betreffen nicht unmittelbar die Wertschöpfung des Unternehmens. Sie umfassen oftmals die Prozesse zur Bereitstellung von Ressourcen oder der Infrastruktur. Gibt es Prozesslücken oder Prozessungenauigkeiten in dieser Prozessart ist der Kunde zumeist nur indirekt betroffen, wenngleich die Auswirkungen auch erhebliche Konsequenzen für die ordnungsgemäße Durchführung der Kernprozesse im Unternehmen haben können. Anders als bei den Kernprozessen können unterstützende Prozesse oftmals eindeutig einer Abteilung zugeordnet werden - auch wenn dies nicht zwangsläufig immer der Fall sein muss. Beispiele für diese Prozessart betreffen zum Beispiel alle Aktivitäten die bezogen sind auf das Management von Kunden- und Lieferantendaten, der Abrechnung von Gehältern oder der Begleichung ausstehender Rechnungen.

Managementprozesse
Bei der letzten hier vorgestellten Prozessart handelt es sich um die Managementprozesse. Hierunter versteht man sämtliche Aktivitäten, die darauf ausgerichtet sind den Erfolg des Unternehmens zu messen, zu überwachen und zu kontrollieren. Die Managementprozesse stellen so sicher, dass sowohl die Kernprozesse wie auch die unterstützenden Prozesse so aufgebaut und ausgeführt werden, dass diese im Einklang mit der Firmenstrategie sind. Auch die Einhaltung regulatorischer Vorgaben kann hier eine wichtige Rolle einnehmen. Ebenso wie die unterstützenden Prozesse, stehen Managementprozesse nicht im direkten Zusammenhang mit der Wertschöpfung gegenüber dem Kunden. Sie sind trotzdem notwendig, um den Erfolg des Unternehmens langfristig zu garantieren. Beispiele für typische Managementprozesse sind die Messung und Überwachung der Kundenzufriedenheit, die Entwicklung einer ganzheitlichen Unternehmensstrategie oder die Umsatzplanung.

Auf das richtige Zusammenspiel kommt es an
Zur praktischen Umsetzung einer gezielten Prozessmodellierung ist es deswegen ratsam, die im Unternehmen vorzufindenden Aktivitäten zunächst entlang der drei skizzierten Prozessarten zu kategorisieren. Ein weiterer Vorteil der Modellierung gemäß vordefinierten Prozessarten ist außerdem, dass das Zusammenspiel zwischen den Kernprozessen, den unterstützenden Prozessen und den Managementprozessen transparent dargestellt wird. So ist es einfacher Schwachstellen in den existierenden Prozessen zu identifizieren und ganzheitlich aufeinander abzustimmen. Auch bei der Prozessoptimierung ist es einfacher eine Priorisierung von Verbesserungsinitiativen vorzunehmen, wenn die Prozesse im Vorfeld einer bestimmten Prozessart zugeordnet wurden.

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